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Österreichisches Brustkrebs-Früherkennungsprogramm


Das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm „früh erkennen“ ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Sozialversicherung, Ländern und Österreichischer Ärztekammer. Es ersetzt seit 2014 sämtliche Mammografie-Angebote zur Früherkennung von Brustkrebs.

Das Programm bietet erstmals systematische, qualitätsgesicherte Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchungen in ganz Österreich. Alle Untersuchungen werden dokumentiert und evaluiert. Frauen ab 40 Jahren können im Rahmen dieses Programms alle zwei Jahre kostenlos zur Früherkennungsmammografie gehen. Österreich hat im europaweiten Vergleich die Zielgruppe für das Screening am weitesten gefasst. Die Mammografie als systematische Früherkennungsuntersuchung für unter 40-jährige Frauen wird weltweit von keiner medizinischen Fachgesellschaft empfohlen.

Einführung des Mammografie-Screenings nach internationalen Empfehlungen

Nachdem in den meisten europäischen Ländern Mammografie-Screenings gemäß internationaler Empfehlungen bereits implementiert wurden, startete das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm auf Basis des vom CCIV erstellten Umsetzungskonzepts 2014.

Qualitätsgesichertes Programm löst opportunistisches Screening ab – Verbesserung der Qualität bei Mammografie
Im Gegensatz zum bisher üblichen opportunistischen Screening, war es wichtig auch in Österreich ein einheitliches Vorgehen zu definieren und hohe Qualitätsstandards hinsichtlich der Früherkennungs-Mammografie zu gewährleisten sowie die Untersuchungs-Ergebnisse zu dokumentieren und zu evaluieren.

Im Rahmen des opportunistischen Screenings war dies bis zur Einführung des Österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms nicht der Fall; Frauen wurden in unterschiedlichen Intervallen und in unterschiedlichem Alter zur Mammografie überwiesen, auch gab es keine verbindlichen Qualitätsstandards. Daher hat die Einführung des Brustkrebs-Früherkennungsprogramms maßgeblich dazu beigetragen, die Qualität bei Mammografien in Österreich wesentlich zu verbessern.

Zielgruppen „früh erkennen“
•    Frauen im Alter von 45 bis 69 Jahren (Kernzielgruppe)
gehen nach Vereinbarung eines Termins bei einem teilnehmenden radiologischen Standort mit ihrer e-card zur Untersuchung. Die e-card ist alle zwei Jahre für die Untersuchung freigeschaltet, da Frauen dieser Altersgruppe den größten Nutzen von der Teilnahme an einem Mammografie-Screening haben. Zur Erinnerung und Information bekommen sie künftig alle zwei Jahre nach der letzten Mammografie ein persönliches Einladungsschreiben per Post.
•    Frauen im Alter von 40 bis 44 Jahren und ab 70 Jahren (erweiterte Zielgruppe)
melden sich einmalig bei der Serviceline  0800 500 181 (Mo-Fr 08:00 – 18:00 Uhr) oder auf der Programmwebsite www.frueh-erkennen.at zum Programm an und gehen nach Freischaltung der e-card (erfolgt max. zwei Tagen nach der Anmeldung sofern die Anspruchsberechtigung besteht) und Vereinbarung eines Termins bei einem teilnehmenden radiologischen Standort mit ihrer e-card zur Früherkennungsmammografie. Rund eine Woche nach der Anmeldung erhalten sie ein persönliches Einladungsschreiben zur Information und Erinnerung per Post. Danach bekommen sie das Einladungsschreiben alle zwei Jahre nach der letzten Mammografie per Post.

Für die Untersuchung selbst genügt die e-card. Dieser niederschwellige Zugang ist ein wichtiges Merkmal des neuen Programms.  Es gibt keine ärztliche Zuweisung zur Früherkennungsmammografie.

Diagnostische Mammografie
Die diagnostische Mammografie bei Beschwerden, Krankheitsverdacht, bei einer Brustkrebserkrankung oder im Rahmen der Nachsorge nach einer Brustkrebserkrankung und bei familiär erhöhtem Risiko erfolgt altersunabhängig mit Zuweisung einer Ärztin/eines Arztes auf Basis der Indikationenliste.

Organisation BKFP mit eigener Koordinierungsstelle
Die Verantwortung für die Umsetzung des Programms trägt der HVB, die Gesamtkoordination der mittlerweile abgeschlossenen Implementierungsphase lag bei der Abteilung VM der WGKK in welcher das CCIV und die Koordinierungsstelle des BKFP angesiedelt sind.

Die Koordinierungsstelle unterstützt die Regionalstellen der Gebietskrankenkassen und Leistungserbringerinnen bzw. Leistungserbringer sowie sämtliche am Programm beteiligten Institutionen(bei der Umsetzung des Brustkrebs-Früherkennungsprogramms und arbeitet mit internationalen Experten zusammen.


Der laufende Betrieb umfasst seit Programmstart den Betrieb der Koordinierungsstelle, das zentrale Einladungsmanagement und den Betrieb einer zentralen Telefon-Serviceline, die Programmevaluierung, die Qualitätssicherung, die österreichweite Öffentlichkeitsarbeit sowie das Datenmanagement, d.h. der Betrieb der für das Programm notwendigen technischen Systeme (z.B. Zertifizierungsregister, Datawarehouse etc.).

Kontakt Österreichisches Brustkrebs-Früherkennungsprogramm


Telefon-Serviceline 0800 500 181 Mo-Fr 08.00 bis 18.00 Uhr
E-Mail: linkserviceline@frueh-erkennen.at
 www.frueh-erkennen.at