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Case Management


Case Management ist eine standardisierte Verfahrensweise in Sozial- und Gesundheitsdiensten, mit der strukturübergreifend Versorgungsleistungen koordiniert werden. Es beschreibt eine auf den Einzelfall ausgerichtete Methode zur Förderung des Behandlungserfolges, der Patientenorientierung sowie der Patientenpartizipation im Sinne des Empowerment in komplexen, arbeitsteiligen Systemen. Definitionsgemäß orientiert sich das Modell also nicht an der institutionellen Zugehörigkeit der Leistungserbringer sondern am akuten Handlungsbedarf - dem „Case“ oder „Fall“, welcher eine abgrenzbare Episode in der Krankengeschichte eines Patienten repräsentiert und zumeist einen hohen Versorgungsaufwand erfordert.
Die Entscheidung der Krankenkassen, Case Management anzubieten, stellt einen Paradigmenwechsel von der reinen Leistungsfinanzierung hin zur Koordination und Steuerung des Leistungsprozesses dar. Das Betätigungsfeld der SV - Case Managerinnen und Case Managern liegt in der Betreuung und Beratung von Versicherten mit multiplem Versorgungsbedarf z.B. in den Fallgruppen Herzinfarkt, Schlaganfall, Unfall und Krebs. Multipler Versorgungsbedarf ist gegeben, wenn sowohl medizinisch-pflegerische als auch wirtschaftliche, berufliche und soziale Defizite auftreten die existenzbedrohende Ausmaße annehmen können.
Case Management wird von den SV-Trägern seit ca. 2004 mit unterschiedlicher Intensität und Wirkung angeboten. Das Projekt SVCM hat die verschiedenen CM Initiativen systematisch erfasst und Unterschiede in den Programmen identifiziert. Nach erfolgter Ist-Aufnahme wurde der Status Quo gemeinsam mit den Akteuren kritisch reflektiert.