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Integrierte Versorgung „Demenz“


Aufgrund der demographischen Entwicklung der Gesellschaft rücken auch im Bereich des Gesundheits- und Sozialsystems verstärkt jene Problematiken in den Fokus, welche mit zunehmendem Lebensalter vermehrt auftreten. Eine dieser großen Herausforderungen ist das Krankheitsbild Demenz, welches auch in den Arbeiten des CCIV als Krankheitsbild mit großem Verbesserungspotential durch integrierte Versorgung identifiziert wurde (siehe Priorisierungsbericht IV (2.7 MB) ).

Charakteristisch in der Versorgung von an Demenz erkrankten Personen ist die Multimorbidität, eine Vielzahl von Arztkontakten und eine, auch durch die Erkrankung bedingte, ungenügende Compliance bei Behandlungen. Aus diesen Gründen hat sich die soziale Krankenversicherung dazu entschieden, sich im Bereich der integrierten Versorgung dem Thema Demenz zu widmen, weshalb eine umfassende Versorgungsanalyse, der „Erste Österreichische Demenzbericht“, sowie ein Konzept für eine darauf aufbauende, optimierte Versorgung erarbeitet wurden.

Erster Österreichischer Demenzbericht

Das CCIV hat eine umfassende Darstellung und Analyse der derzeitigen Versorgungssituation demenzerkrankter Menschen in Österreich erstellt. Dabei wurden u. a. Abrechnungsdaten aus dem extra- und intramuralen Bereich ausgewertet. Die Abteilung Pflegeforschung Wien des Institutes für Pflege- und Gesundheitssystemforschung der Johannes Kepler Universität Linz recherchierte im Auftrag des CCIV nationale und internationale Projekte und Erfahrungen im Bereich der integrierten Versorgung von Demenzerkrankten und ihren Angehörigen, die diesen Bericht ergänzen. Weiters konnte in einer Kooperation mit der Wirtschaftsuniversität Wien im Rahmen einer Diplomarbeit eine Aussage zur Kostenbelastung des österreichischen Sozial- und Gesundheitswesens durch das Krankheitsbild Demenz getroffen werden.

Derzeit gibt es in Österreich rund 100.000 Demenzkranke. Ausgehend von der Annahme, dass 80% der Erkrankten im häuslichen Umfeld und rund 20% im Pflegeheim versorgt werden, kann von durchschnittlich 16.930,-- Euro Kosten pro Demenzpatientin/-patient und Jahr ausgegangen werden. (In den Kosten sind der gesamte extra- und intramurale Bereich sowie eine Annäherung der Kosten der häuslichen Pflege über das Pflegegeld enthalten.) Daraus ergibt sich für das Jahr 2007 eine Gesamtkostenbelastung von rund 1,7 Mrd. Euro. Die Zahl der Demenzerkrankten wird, aufgrund der demographischen Entwicklung bis zum Jahr 2050, in Österreich auf 270.000 ansteigen und somit Kosten von 4,6 Mrd. Euro pro Jahr verursachen.

  linkErster Österreichischer Demenzbericht (3.8 MB)  



Integrierte Versorgung Demenz


Basierend auf der österreichischen Versorgungslandschaft sowie auf den identifizierten Optimierungspotentialen des „Ersten Österreichischen Demenzbericht“ wurde unter Beteiligung von zahlreichen Akteurinnen und Akteuren in der Demenzversorgung, ein Konzept zur integrierten Versorgung von Demenzerkrankten und ihren Angehörigen entwickelt.

Ziel des Konzepts ist es, die Versorgung im niedergelassenen Bereich zu optimieren und die Prozesse an den Nahtstellen zu den angrenzenden Bereichen zu definieren, so dass sowohl eine effiziente und bedarfsgerechte Versorgung als auch ein längerer Verbleib in häuslicher Pflege sichergestellt werden kann.

Das Konzept enthält eine konkrete Darstellung und Beschreibung, wie die Versorgung von an Demenz erkrankten Menschen im Rahmen eines integrierten Versorgungsnetzwerks gestaltet sein soll, um eine bessere und effizientere Versorgung zu gewährleisten. Der Fokus liegt dabei auf der Optimierung der vorhandenen Versorgungsstrukturen, der Vernetzung sowie der Einbindung bestehender Initiativen.

Die Umsetzung obliegt den jeweiligen Krankenversicherungsträgern bzw. den Ländern.
Unter folgendem Link können Sie den Abschlussbericht des Projekts "netzwerk aktiv - besser leben mit demenz" beziehen:

  linkAbschlussbericht "besser leben mit demenz" (12.0 MB)